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Die NaturFreunde von A....
- Am 22. März 1895 erschien in der Wiener Arbeiterzeitung eine Anzeige
- in der zur Bildung einer „touristischen Gruppe" eingeladen wurde.
- Der spätere Bundespräsident der Republik Österreich, Karl Renner,
- der Lehrer und Freidenker Georg Schmiedl, der Sensenschmied Alois
- Rohrauer und andere gründeten einen Verein, der Arbeitern und ihren
- Familien den Zugang zur Natur und eine freie geistige und kulturelle
- Entwicklung ermöglichen sollte. Berg frei" wurde zum Gruß der
- Naturfreundebewegung, die sich bald durch Wanderarbeiter und
- Handwerker über alle industriellen Zentren Mitteleuropas ausbreitete.
- 1910 wurde die Ortsgruppe Stuttgart gegründet. Das Steinknickle" im
- Schwäbischen Wald wurde 1913 als erstes Naturfreundehaus in
- Württemberg eröffnet.
- Carl Severing, der spätere Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter
- und viele andere wurden zur Zeit der Weimarer Republik Mitglieder
- der Naturfreunde und nicht wenige ihrer Funktionäre gehörten zu den
- kritischeren Geistern in SPD und KPD. Dem Verbot und der Beschlag-
- nahme des Vermögens durch die Nationalsozialisten folgte nach 1945
- die Neugründung der Naturfreunde in der Bundesrepublik. Unter zum
- Teil großen Opfern hatten sich viele Mitglieder aktiv am Widerstand
- gegen die Diktatur beteiligt. Engagiert haben wir uns auch in den
- 50er Jahren gegen die Wiederbewaffnung, gegen die atomare
- Rüstung und für eine lebenswerte Umwelt. Frieden ist nicht alles,
- aber ohne Frieden ist alles nichts und deshalb waren die Naturfreunde
- auch immer ein Teil der Friedensbewegung - Gegen die Stationie-
- rung von Atomwaffen wie gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr in
- jüngster Zeit.
- Zu unserem Häuserwerk gehören über 1000 Einrichtungen: Wander-
- heime, Berghütten, Gartenwirtschaften, die für Familienfreizeiten, die
- Jugendarbeit und sportliche Aktivitäten (nicht nur von Mitgliedern)
- genutzt werden. Internationale Zusammenarbeit und Völkerverstän-
- digung gehören ebenso zum Satzungsauftrag, wie der Umweltschutz,
- kulturelle Aktivitäten und der sanfte Tourismus. Jugend und Kinder-
- gruppen sind eigenständige Gliederungen. Frauen gehört nicht nur
- "die Hälfte des Himmels": mit Courage setzen sie sich für ein selbst-
- bestimmtes Leben ein, frei von Bevormundung und sexueller Diskrimi-
- nierung. Zum Programm der Musik und Singgruppen gehören die
- Lieder des Wandervogels, wie die Songs der Liedermacher der 68er.
- Am 1. Mai demonstrieren die Naturfreunde mit den Gewerkschaften
- für bessere Arbeitsbedingungen und gegen Sozialabbau. Nachhaltig-
- keit und Demokratie müssen auch im wirtschaftlichen Leben Vorrang
- vor Kapitalinteressen und einer gnadenlosen Globalisierung haben.
- Gegliedert ist der Verband in selbständige Ortsgruppen, eine Zusam-
- menarbeit findet auf Bezirks-, Landes und Bundesebene statt. Die
- Naturfreunde Intemationale hat weltweit 50 Mitglieds- und Partner-
- organisationen. Die Aktivitäten des Vereins finden vorrangig in den
- Ortsgruppen statt. Davon gibt es in Baden Württemberg über 200
- und in Stuttgart 20. Parteipolitisch neutral, aber nicht unpolitisch,
- mischen sich die Naturfreunde in aktuelle Auseinandersetzungen ein.
- Daß es nicht beim Quatschen bleibt, dafür sorgen auch die verschie-
- denen Fachgruppen. Als Teil der Ökologiebewegung ist uns der
- „Sanfte Tourismus" wichtig. Mit der Vorgabe „Freizeit ohne Auto in
- und um Stuttgart" fahren wir Rad und Wandern möglichst in Ver-
- bindung mit dem VVS. Daran orientieren sich auch unsere übrigen
- Tourismusangebote. Unser Ziel ist die Völkerverständigung und eine
- freie Gesellschaft gleicher, aber nicht gleichförmiger Menschen. Rechts-
- radikale können bei uns nicht Mitglied sein. Wir sind kein X- beliebiger
- Verein: In der Tradition der Arbeiterbewegung sind die Naturfreunde
- über 100 Jahre alt geworden und dennoch jung geblieben,
- nur den Yeti haben unsere Bergsteiger bei ihren Expeditionen bisher
- noch nicht entdeckt. Zusammengefaßt: es lohnt sich, die
- Naturfreunde näher kennenzulernen.
- ......bis Z
- Seit der Gründung der Naturfreunde haben sich die Lebensverhältnisse,
- die Bedürfnisse und die Interessen der Menschen geändert. Ging
- es früher vor allem darum, den arbeitenden Menschen, mit ihren
- miserablen Lebensbedingungen, das Recht auf Erholung und den freien
- Zugang zur Natur zu erstreiten, geht es heute um den Schutz bzw.,
- den Erhalt der Lebensgrundlagen überhaupt. Ökologisch verantwortliches
- Handeln hat für uns aber immer eine soziale und demokratische
- Dimension und ist mehr als Natur-, Heimat und Umweltschutz. Dies
- soll auch in unseren vielfältigen Angeboten deutlich werden.
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Jahres-Daten der Naturfreunde Internationale und der deutschen NaturFreunde seit der Gründung in Wien 1895
- 1895
- Gründung des Touristenverein "Die Naturfreunde" in Wien.
- Alois Rohrauer wird Obmann.
- Die ersten "Laternenbildervorträge" werden veranstaltet.
- 1897
- Die Zeitschrift "Der Naturfreund" erscheint.
- Die erste naturkundliche Gruppe wird gegründet.
- 1898
- Der erste Sonderzug der Naturfreunde fährt von Wien nach Salzburg.
- 1900
- Das erste Naturfreundeheim wird in Wien eröffnet und erhält eine Bücherei.
- 1903
- Unterstützung von Ferienalpenreisen für Kinder.
- 1905
- Gründung der Ortsgruppen Zürich und München, der ersten außerhalb Österreichs.
- 1906
- Gründung der "Schisektion", Beginn der Aktion "Verbotener Weg".
- 1907
- Eröffnung des Naturfreundehauses am Padasterjoch.
- 1909
- Wanderung der Ortsgruppe Stuttgart mit 500 Kindern.
- 1910
- Gründung der Ortsgruppe New York.
- Die OG München eröffnet das erste deutsche NFH, die Musauer Alm in Tirol.
- 1911
- Fertigstellung des NFH Maschen durch die OG Hamburg.
- 1914
- Gründung der OG Paris. Beginn des Ersten Weltkrieges.
- 1918
- Erste Bergsteigerschule in Ottakring.
- 1919
- Gründung der "Alpinistengilde" in Wien.
- 1921
- Erste Zusammenkunft der deutschen Naturfreunde in Eisenach.
- Bildung einer Geschäftsstelle in Nürnberg.
- Gründung der "Vereinigten Kletter-Abteilung" in Sachsen.
- 1923
- Verbot der OG Meran durch die faschistische italienische Regierung.
- 1925
- Arbeiter Olympiade in Frankfurt.
- Die NFI gibt den Ländern mehr Selbständigkeit. In Deutschland wird die Reichsgruppe gebildet.
- Der niederländische Arbeiterreiseverein tritt der NFI bei.
- 1926
- Erste Reichskonferenz in Würzburg.
- Xaver Steinberger wird Vorsitzender.
- Gründung der Naturfreundejugend Deutschlands und der "Eka Einkaufsgenossenschaft" für Sport und Wanderartikel.
- 1930
- Gründung der Naturfreunde in Belgien Wallonien.
- Eintritt der deutschen Naturfreunde in die "Eiserne Front
- 1931
- Arbeiter Olympiade in Wien.
- Beitritt der Naturfreunde von Belgien Flandern in die NFI.
- 1932
- Hauserweiterungen und Neubauten durch "Freiwilligen Arbeitsdienst".
- 1933
- Verbot der deutschen Naturfreunde und Beschlagnahmung der Häuser durch die nationalsozialistische Regierung.
- 1934
- Verbot der österreichischen Naturfreunde durch die Dollfuß Regierung.
- Sitz der NFI wird Zürich, Präsident Walter Escher.
- 1935
- Gründung der "Nature Friends of Palästine".
- 1939
- Beginn des Zweiten Weltkrieges.
- Zerschlagung der Naturfreunde in allen von deutschen Truppen besetzten Ländern.
- 1943
- Zusammenschluß der Naturfreunde in Schweden.
- 1945
- Botschaft der Naturfreunde in den USA an die ehemaligen deutschen Naturfreunde, ihre Organisation wieder zu gründen. Gründung der ersten Ortsgruppe in Offenbach.
- 1946
- Erste Kontaktaufnahme der NFI mit deutschen Naturfreunden in Singen/Hohentwiel.
- 1947
- Interzonenkonferenz in Frankfurt.
- Ein Verzeichnis der Häuser wird gedruckt.
- In der sowjetischen Besatzungszone wird eine eigenständige Naturfreundeorganisation nicht zugelassen.
- Die Zeitschrift "Wandern und Bergsteigen" erscheint im Landesverband Bayern. Sie wird 1959 Bundeszeitschrift.
- 1948
- Aufnahme der deutschen Naturfreunde in die NFI. Erste Interzonentagung der Jugendleiter.
- 1949
- Erste Bundesversammlung in Elmstein.
- 1950
- Herausgabe der Jugendzeitschrift "Wir sind jung" und der "Kinderpost" durch die Bundesleitung.
- 1953
- Beginn der Naturfreundearbeit in Liverpool/Großbritanien.
- Erste Zusammenkunft der Kindergruppenleiter in Stuttgart. Wahl einer provisorischen Leitung.
- 1955
- Bundesversammlung in Mannheim.
- Verlegung der Geschäftsstelle von Nürnberg nach Stuttgart.
- Fritz Rück Bundesvorsitzender.
- 1956
- Mitglied im Deutschen Naturschutz Ring.
- 1957
- Besetzung des Knechtsands durch Bremer Naturfreunde gegen Bomberübungen.
- 1958
- Erster kultureller und touristischer Wettbewerb der Naturfreundejugend in Berlin.
- 1961
- Beteiligung der Naturfreundejugend an den Ostermärschen der Atomwaffengegner.
- 1963
- Bildung der Arbeitsgemeinschaft für Familienferien und Familienerholung mit der Arbeiterwohlfahrt. Bundeskongreß in Heilbronn für Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.
- 1965
- Internationale Anden Expedltion.
- 1966
- Erstes Bundestreffen der deutschen Naturfreunde in Konstanz.
- 1975
- Gründung der Naturfreunde Jugend Internationale.
- Beitritt der finnischen Organisation "Työvaeen Retkellyliitto zur NFI.
- 1978
- Arbeitskongreß in Wart.
- Neukonzeption der Touristikleiterausbildung.
- Grundsätze für Freizeit, Bildung und Kultur.
- 1982
- Zweites Bundestreffen zur 150 Jahr Feier des Hambacher Festes in Neustadt/Weinstraße.
- 1984
- Deutsche Naturfreunde gestalten die Fotoausstellung des Europarats zur Aktion "Schützt Ufer und Küsten" in Athen.
- Aufnahme der mexikanischen Organisation "Amistur" in die NFI.
- 1985
- Vielfältige Feiern und Aktionen aus Anlaß: 90 Jahre Internationale Naturfreundebewegung, 80 Jahre Naturfreunde in Deutschland; "90 Bäume für eine lebenswerte Umwelt", "Tag der offenen Tür aller Naturfreundehäuser".
- 1986
- 60 Jahre Naturfreundejugend mit bundesweiten Aktionen.
- 1988
- Drittes Bundestreffen in Lünen mit 8.000 Teilnehmern.
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